Das Highlight dieses Abends hat mich fast vor Lachen umgebracht. Da kommt echt ein "Künstler" mit einem Blatt (vom Baum) im Mund auf die Bühne und fietschelt irgendwas chinesisches daher. Als ich fast keine Luft mehr gekriegt hab, teilt dieser Scherzkeks an alle solche Blätter aus, quietscht dabei Jingle Bells und fordert uns auf mit einzustimmen.
Jetzt stellt euch mal vor, wie ihr reagieren würdet, wenn Mitte April jemand zu euch kommt und unter Palmen auf 'nem Blatt Jingle Bells spielt. Ja, genau, es war etwas surreal.
Strandurlaub genießen auf chinesisch sieht so aus: Im Normalfall lässt sich die Frau ein bisschen das Wasser um die Knöchel spülen und post mit Schirm während der Mann die Fotos davon macht. Wenn jemand ins Wasser geht, dann entweder erwachsene Chinesen mit Schwimmringen (Variation: Schwimmring mit Tierchen dran), maximal hüfttief oder die ettlichen Russen, von denen Sanya lebt. Jedes Magazin ist auch russisch angeschrieben. Lars hat unser Eis auf russisch bestellt und auch ein kühles Baltika Bierchen reingelassen.
Die Busfahrten waren auch interessant. Um mal den Sitzabstand zu beschreiben: Die Lehne vor mir hätte sich etwa 10 cm über meinem Knie befunden, wenn ich mich nicht irgendwie schief reingequätscht hätte, und das ist nicht übertrieben. Außerdem hat der chinesische Reiseleiter ohne Punkt und Komma Rhabarber gelabert. Was anderes hab ich auch nicht verstanden. Nur Rhabarber. Wei, ni hau. Hade, hade, hade. Niggeeee... Xiexie, zai dien! Ist leider alles, was ich verstehe. (Hallo, guten Tag. Richtig, richtig, richtig. Ääääh... Danke, tschüss!)
Mittags gingen wir in ein stinkiges 4 Sterne Restaurant, in dem ich nur das gegessen habe, wo ich hohe Magen-Darm-Verträglichkeit vermutet habe, d. h. überwiegend Reis. Wie sich später rausstellte, hat sich dort ein Mitreisender unserer Gruppe eine Seafood-Vergiftung geholt und wurde im Krankenhaus mit Infusionen wieder aufgepeppelt. Überrascht hat's mich nicht.
Am Abend stand Barbecue auf dem Programm. War richtig lecker. Man kann sich frisch das raussuchen und zusammenstellen, was einem beliebt, macht eine Klammer mit Nummer an den Teller und holt sich nach 10 min das fertig Gegrillte wieder ab. Schöne Idee.
Als wir am nächsten Tag Mittag wieder in dem 4 Sterne Stinkerestaurant "versorgt" werden sollten, hat sich der gesamte Bus geweigert auszusteigen. Infolge der Anordnung von ganz oben wurden wir in die Innenstadt von Sanya gekarrt und haben uns dort auf KFC und Maidanlo (McDonald's) aufgeteilt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich das mal sag: Aber da weiß ich wenigstens, dass ich was Gesundes bekomme. Wenn man das allerdings in diesem Zusammenhang sieht, ist echt was Wahres dran.
Unseren Hainan-Aufenthalt schlossen wir mit einem Ausflug auf West-Island ab. Ein wenig verärgert über die lückenhafte Kommunikation mit uns Deutschen, die zur Folge hatte, dass wir nicht auf einen Strandtag eingestellt waren und unsere Badekleidung im Koffer war, weil der Flug heute zurückgeht, sind wir in einem Schnellboot zur Insel gebrettert, im wahrsten Sinne des Wortes.
Doch plötzlich hat sich ein schreiend telefonierender Chinese in unserer Hütte breitgemacht. Als wenn das nicht schon genug der Ruhestörung wäre, hat der Typ es geschafft das zu toppen. Dann und wann hob er offensichtlich die Arschbacke, entspannte seine Gesäßmuskulatur und ließ mit einem knatternden Geräusch etwas gewaltig stinkendes entfleuchen. Welcome in China!
Da ihr ja auch immer besonderes Interesse an unseren kulinarischen Erlebnissen habt, gibt es hier ein weiteres aufzuführen.
Wir werden aufgeklärt. Der Koch hatte eine besondere Delikatesse vorbereitet. Vorgekauter Kaugummi in Suppe gegart. Das arme Mädel hat das in der trüben Suppe nicht gesehen und das Corpus Delikti schon im Mund gehabt. Mich hätte es auch gehoben. Wäre das an unserem Tisch in der Suppe gewesen, wäre es gar nicht aufgefallen, weil die bei uns Deutschen nie gegessen wird. Aber es war anders. Das Essen war abrupt beendet und ein weiterer Besuch bei Maidanlo stand an.
In der Nacht ging der Flieger wieder zurück nach Nanjing. Wir waren gegen 5:30 Uhr im Bett, weil wir aufgrund eines nichtmitfliegenden Passagiers, das Flugzeug kurz vor Start noch mal verlassen mussten während eine Sicherheitskontrolle durchgeführt wurde und wir draußen auf dem Rollfeld warten mussten und dadurch Verspätung hatten.
Dennoch waren wir heute 11 Uhr auf Arbeit.
Sanya, wieder eine anderes Gesicht Chinas! Ich hatte interessante und im Großen und Ganzen erholsame 4 Tage.

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