Der gestrige Start in den Tag ließ nur eine Annahme zu: Die wollen mich loshaben. Noch immer regnete es Bindfäden und es trat das ein, was ich schon befürchtete. An einem verregneten Morgen um 7:15 Uhr, wenn alle auf Arbeit wollen, ist es auch nicht leichter ein Taxi zu bekommen. Nachdem ich 20 Minuten erfolglos mit meinem Köfferchen am Compound-Eingang stand, ging ich auf einen der Guards zu und fragte ihn auf englisch, ob es ihm möglich wäre, mir ein Taxi zu rufen, worauf er nur kopfschütteltnd "No, no, no" sagte. Toll, hab ich auch noch einen erwischt, der kein englisch kann. Bis auf "no" jedenfalls, damit kann er ja nichts falsch machen... Dann kam ein Chinese hinzu, der auch im Compound wohnt und fragte mich, ob er mir helfen kann. Ich erklärte ihm, dass ich dringend zum Flughafen muss und ob der Guard mir ein Taxi rufen kann. Er dolmetschte und teilte mir mit, dass man kein Taxi rufen könne, aber der Guard mir helfen würde ein Taxi zu bekommen. Ha ha, was will der auch mehr machen als seine Hand heben, das kann ich auch selber. Nach gut einer halben Stunde nervösen Wartens, hielt doch tatsächlich einer an. Der Fahrer stieg aus und es ging eine lebhafte Diskussion zwischen ihm und dem Guard los. Ich wusste natürlich wieder mal nicht was abgeht und stand immer noch bedröppelt mit meinem Koffer dort. Wieder kam irgendein Chinese hinzu und lachte. Ich hab mir schon ausgemalt, dass die sich absprechen, wie sie mich am gescheitesten abzocken können. Der Chinese zeigte immer auf das Autokennzeichen. Ich fragte: "Is there any problem?", "No, no. No problem, hehe!" Ganz geheuer war mir die Situation nicht, aber die Zeit bis zu meinem Abflug wurde auch nicht länger. Also hab ich den Taxifahrer mal auf deutsch Feuer gemacht und ihn angelabert, dass er jetzt endlich mal seinen Kofferraum aufmacht, damit's mal vorwärts geht. Hilft übrigens meistens, wenn sie einen nicht verstehen, einfach ein bisschen auf deutsch rumquarken. Die Mimik können sie dann schon irgendwie deuten.
Lars hatte mich gewarnt, dass der Taxifahrer ihn auch schon am Sonntag bescheißen wollte. Die wollen gern die Hin- und Rückfahrt abrechnen, als würden sie vom Flughafen niemand mehr mitnehmen. Gut ist es einen Fotoapparat zur Hand zu haben. Damit kann man das Kennzeichen und seine Lizenz im Auto fotografieren und die Polizei benachrichtigen. Wenn man damit droht, werden sie meistens zahm. Ich hatte mir aber wieder meine Dackelblick-Strategie zurecht gelegt. Diese habe ich auch angewendet. Er wollte zwar nicht die Hin- und Rückfahrt abrechnen, dafür aber die Maut zweimal. Daraufhin habe ich ihm gezeigt, dass ich nicht mehr dabei habe und ein bisschen traurig geschaut. Danach sah zwar er mehr nach Dackel aus als ich, aber was wollte er machen.
Von Nanjing nach Beijing lief alles planmäßig und ich war auch relativ ruhig, weil ich ja nun die Flughäfen und Abläufe schon kannte. Leider sind wir von Beijing mit einer Stunde Verspätung abgeflogen, da sich jemand mal so eben kurzfristig entschlossen hatte, doch nicht mitzufliegen und man den Koffer wieder aus der Maschine raussuchen musste. Der Langstreckenflug war auch halbwegs erträglich, auch Dank eines angenehmen Gespräches mit einem Geschäftsmann von Diehl, der sich zur gleichen Zeit die Beine vertrat wie ich. Das war sehr aufschlussreich, da auch er die Eindrücke, die ich von der Arbeitskultur der Chinesen gewonnen hatte, bestätigte. Dieses Mal gab es tatsächlich auch Frühsport mit der chinesischen Brigitte, und übrigens nicht mit Erika, wie ich fälschlicherweise in einem früheren Bericht schrieb. Keine Ahnung wie ich darauf kam. Klingt für mich aber genauso lustig *g*.
Mit einer halben Stunde Verspätung setzte ich nach 5 Wochen endlich wieder meine Füße in Frankfurt auf deutschen Boden! Somit hatte ich noch eine Stunde zum Umsteigen und das war, wie sich rausstellte, äußerst knapp. Frankfurt war was die Handgepäckkontrolle anging eine Katastrophe. Nachdem man ja Anfang September den geplanten Anschlag erfolgreich abgewendet hat, machen die Beamten ihre Arbeit wirklich ganz genau, und das braucht Zeit. So nervig es auch ist, man fühlt sich zumindest relativ sicher.
Nun hatte man Gummibänder aufgestellt, um die Ordnung beim Anstellen zu waren. Da die Leute aber doch ziemlich ungeduldig sind, wurde gedrängelt und sich auch mal über die Gummibänder gebeugt, sodass diese Absperrungen einrissen, meines Erachtens eher unabsichtlich. Daraufhin strömten natürlich viele Leute nach vorn, zum Nachteil anderer, die schon ewig anstanden. Für diesen Fall hat man aber vorgesorgt, denn dafür hat man einen laufenden Meter Flughafen-Beamtin, die eigentlich das Problem beheben könnte, indem sie einfach wieder die Gummibänder einhängt. Aber nein, die stand nur da, hat gejammert und sich bei den Kollegen, die damit nichts zu tun haben, beschwert: "Die Leute sind so rücksichtslos *heul*. Die reißen mir hier immer alles ein *heul*. Ich schaff das nicht allein *heul*." Meine Herren, in China kann da ein halber Meter stehen, der kriegt 'ne Trillerpfeife in die Hand und das bisschen Autorität würde derjenige auch voll ausleben. Da würde aber jeder wissen, wo er zu stehen hat.
Außerdem filmte so ein Depp in diesem Bereich, obwohl ausdrücklich ausgewiesen ist, dass im Security Bereich das Filmen und Fotografieren verboten ist. Der legte sich noch gepflegt mit einem Beamten an, der ihn anwies das Band sofort zu löschen. Das verweigerte er aber auch bei der Androhung des Einschaltens der nächsten Instanz. Immer Action am Flughafen. Plötzlich wurde auch der kleine Gartenzwerg von Flughafen-Beamtin wieder wach und rief zu einer Kollegin: "Guck mal, guck mal, der wird jetzt festgenommen!"
Plötzlich riss auch neben mir so eine Absperrung ein und ich wurde nach vorn geschoben. Ich habe mich zugegebenermaßen nicht wirklich dagegen gewehrt. Der Zeiger auf der Uhr hat mir auch Angst gemacht, viel Zeit hatte ich nicht mehr. Auf einmal spricht mich ein jüngerer Typ an: "Are you sure that's fair?" (Sind Sie sich sicher, dass das gerecht ist?), worauf ich sagte: "Are you sure you wouldn't do it?" (Sind Sie sich sicher, dass Sie es nicht auch tun würden?"). Im ersten Moment hat er mich angeguckt wie ein Eichhörnchen. Ertappt, da war der Finger wohl in der Wunde gelandet. Er fing sich: "You're German, aren't you?" (Sie sind Deutsche, richtig?). Ich: "That doesn't matter, I'm coming from China, I adapted to this mentality" (Das spielt keine Rolle, ich komme gerade aus China und habe mich dieser Mentalität angepasst). Hallo? Diese Anspielungen auf mein Gewissen trafen mich irgendwie nicht. Das muss in China irgendwie abgestumpft sein.
Ja was denn, ich war mir schon bewusst, dass es nicht gerecht ist. Wär ich jedoch nicht mit dem Strom geschwommen, hätte ich hundertprozentig den Flug verpasst. Man könnte auch sagen, das Einreißen der Absperrung war ein Zeichen von oben, gelle Mutti *g*? Oder wie Doreen meinte: Ich hätte ja nur aktiv angestanden, hihi! Nachdem man auch noch mein Notebook zur zufälligen Spezialkontrolle ausgewählt hatte, was noch mal länger dauerte (Ich sagte nur zu der Beamtin, dass ich ja Glück hätte, wenigstens noch 10 Minuten bis zum Abflug haben) hab ich ratzfatz alles wieder eingepackt und bin zu meinem Gate gerast, wo schon Last Call, der letzte Aufruf zum Boarding war. Die nette Dame dort hat sich sehr gefreut, dass ich es doch noch geschafft habe, weil ich die Letzte war und der Bus nur noch auf mich wartete. Gott sei Dank, ich hatte es geschafft, mir ging echt die Düse.
Mit einer halben Stunde Verspätung setzte ich nach 5 Wochen endlich wieder meine Füße in Frankfurt auf deutschen Boden! Somit hatte ich noch eine Stunde zum Umsteigen und das war, wie sich rausstellte, äußerst knapp. Frankfurt war was die Handgepäckkontrolle anging eine Katastrophe. Nachdem man ja Anfang September den geplanten Anschlag erfolgreich abgewendet hat, machen die Beamten ihre Arbeit wirklich ganz genau, und das braucht Zeit. So nervig es auch ist, man fühlt sich zumindest relativ sicher.
Nun hatte man Gummibänder aufgestellt, um die Ordnung beim Anstellen zu waren. Da die Leute aber doch ziemlich ungeduldig sind, wurde gedrängelt und sich auch mal über die Gummibänder gebeugt, sodass diese Absperrungen einrissen, meines Erachtens eher unabsichtlich. Daraufhin strömten natürlich viele Leute nach vorn, zum Nachteil anderer, die schon ewig anstanden. Für diesen Fall hat man aber vorgesorgt, denn dafür hat man einen laufenden Meter Flughafen-Beamtin, die eigentlich das Problem beheben könnte, indem sie einfach wieder die Gummibänder einhängt. Aber nein, die stand nur da, hat gejammert und sich bei den Kollegen, die damit nichts zu tun haben, beschwert: "Die Leute sind so rücksichtslos *heul*. Die reißen mir hier immer alles ein *heul*. Ich schaff das nicht allein *heul*." Meine Herren, in China kann da ein halber Meter stehen, der kriegt 'ne Trillerpfeife in die Hand und das bisschen Autorität würde derjenige auch voll ausleben. Da würde aber jeder wissen, wo er zu stehen hat.
Außerdem filmte so ein Depp in diesem Bereich, obwohl ausdrücklich ausgewiesen ist, dass im Security Bereich das Filmen und Fotografieren verboten ist. Der legte sich noch gepflegt mit einem Beamten an, der ihn anwies das Band sofort zu löschen. Das verweigerte er aber auch bei der Androhung des Einschaltens der nächsten Instanz. Immer Action am Flughafen. Plötzlich wurde auch der kleine Gartenzwerg von Flughafen-Beamtin wieder wach und rief zu einer Kollegin: "Guck mal, guck mal, der wird jetzt festgenommen!"
Plötzlich riss auch neben mir so eine Absperrung ein und ich wurde nach vorn geschoben. Ich habe mich zugegebenermaßen nicht wirklich dagegen gewehrt. Der Zeiger auf der Uhr hat mir auch Angst gemacht, viel Zeit hatte ich nicht mehr. Auf einmal spricht mich ein jüngerer Typ an: "Are you sure that's fair?" (Sind Sie sich sicher, dass das gerecht ist?), worauf ich sagte: "Are you sure you wouldn't do it?" (Sind Sie sich sicher, dass Sie es nicht auch tun würden?"). Im ersten Moment hat er mich angeguckt wie ein Eichhörnchen. Ertappt, da war der Finger wohl in der Wunde gelandet. Er fing sich: "You're German, aren't you?" (Sie sind Deutsche, richtig?). Ich: "That doesn't matter, I'm coming from China, I adapted to this mentality" (Das spielt keine Rolle, ich komme gerade aus China und habe mich dieser Mentalität angepasst). Hallo? Diese Anspielungen auf mein Gewissen trafen mich irgendwie nicht. Das muss in China irgendwie abgestumpft sein.
Ja was denn, ich war mir schon bewusst, dass es nicht gerecht ist. Wär ich jedoch nicht mit dem Strom geschwommen, hätte ich hundertprozentig den Flug verpasst. Man könnte auch sagen, das Einreißen der Absperrung war ein Zeichen von oben, gelle Mutti *g*? Oder wie Doreen meinte: Ich hätte ja nur aktiv angestanden, hihi! Nachdem man auch noch mein Notebook zur zufälligen Spezialkontrolle ausgewählt hatte, was noch mal länger dauerte (Ich sagte nur zu der Beamtin, dass ich ja Glück hätte, wenigstens noch 10 Minuten bis zum Abflug haben) hab ich ratzfatz alles wieder eingepackt und bin zu meinem Gate gerast, wo schon Last Call, der letzte Aufruf zum Boarding war. Die nette Dame dort hat sich sehr gefreut, dass ich es doch noch geschafft habe, weil ich die Letzte war und der Bus nur noch auf mich wartete. Gott sei Dank, ich hatte es geschafft, mir ging echt die Düse.
Völlig geschafft kam ich dann nach einem kurzen Flug in Nürnberg an und musste feststellen, dass dem obwohl betagten, aber schönen Samsonite-Koffer von Lars eine Rolle fehlte, was wir auch gleich reklamierten. Und tatsächlich, man zahlte uns nach Abgabe des kaputten Koffers die Hälfte des Neupreises aus. Das ging ja mal wirklich unkompliziert!
Home, sweet home! Der Straßenverkehr - endlich wieder geordnet, die Luft - endlich wieder rein, die Menschen - endlich wieder berechenbar!

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