Ich grüße alle meine lieben Blog-Leser nun tatsächlich aus Nanjing! Ich bin hier gestern wohlbehalten und mit allen Gepäckstücken angekommen. Eigentlich ist alles ohne größere Schwierigkeiten verlaufen, bis auf ein paar kleine Herausforderungen, aber dazu komme ich später.
Liebes Claudinsche, genau wie du es sagtest, war der Flug nach Frankfurt ein Witz! Sind abgehoben, ham a weng bleed gschaut und schon sind wir wieder gelandet *g*. In Nürnberg sagte man mir beim Check-in, die Maschine nach Peking sei nicht ausgebucht und ich könnte sogar damit rechnen, dass der Platz neben mir frei bleiben würde. War er dann zwar nicht, aber das war auch nicht so tragisch.
Als ich den Flug online gebucht habe, konnte ich sogar meine Speisevorlieben wählen, so z. B. fettarm, kalorienarm, cholesterinarm, diätisch, vegetarisch und zig andere Sachen waren möglich. Ich habe eigentlich spaßenshalber mal ein Häkchen bei kalorienarm gesetzt, habe aber nicht ernsthaft damit gerechnet, dass man darauf eingehen würde. Im Normalfall heißt's ja auch immer chicken or pork. Doch zu meiner Überraschung kam noch vor dem Start eine Stewardess auf mich zu und fragte mich "Miss, veggie?", was so viel bedeutet wie "Fräulein, Vegetarierin?" Ich hab das gar nicht gleich abgerafft, doch dann erinnerte ich mich und stimmte zu. Von nun an bekam ich eine Sonderbehandlung. Ich wurde immer mit den anderen Extrawürsten zuerst versorgt *g*. Und tatsächlich, es war nicht nur vegetarisch, sondern im Vergleich zu meinem Sitznachbarn hatte ich frisches Obst, statt Dosenobst, Margarine statt Butter und einen Salat mit leichtem Dressing, wobei seiner mit Fleischwurst und Mayo angereichert war. Das war ein Glücksgriff! Call me Miss Veggie! *lol*
Als ich den Flug online gebucht habe, konnte ich sogar meine Speisevorlieben wählen, so z. B. fettarm, kalorienarm, cholesterinarm, diätisch, vegetarisch und zig andere Sachen waren möglich. Ich habe eigentlich spaßenshalber mal ein Häkchen bei kalorienarm gesetzt, habe aber nicht ernsthaft damit gerechnet, dass man darauf eingehen würde. Im Normalfall heißt's ja auch immer chicken or pork. Doch zu meiner Überraschung kam noch vor dem Start eine Stewardess auf mich zu und fragte mich "Miss, veggie?", was so viel bedeutet wie "Fräulein, Vegetarierin?" Ich hab das gar nicht gleich abgerafft, doch dann erinnerte ich mich und stimmte zu. Von nun an bekam ich eine Sonderbehandlung. Ich wurde immer mit den anderen Extrawürsten zuerst versorgt *g*. Und tatsächlich, es war nicht nur vegetarisch, sondern im Vergleich zu meinem Sitznachbarn hatte ich frisches Obst, statt Dosenobst, Margarine statt Butter und einen Salat mit leichtem Dressing, wobei seiner mit Fleischwurst und Mayo angereichert war. Das war ein Glücksgriff! Call me Miss Veggie! *lol*
Schon im Flieger konnte man sehen, dass einige Chinesen eine gewöhnungsbedürftige Auffassung von "Mode" haben. So trägt man als Mann zum Beispiel FlipFlops mit ganz normalen Tennissocken (keine Ahnung wie das geht) und dazu eine schlabbrige Hose mit Gummibund.
So richtig schlafen konnte ich auf dem Flug nicht, was auch zu erwarten war. Aber es war schon auszuhalten.
Ach - mein Doreenchen - Frühsport mit Erika kam leider auf keinem Kanal, hätte mich gern mal bisschen zum Obst gemacht. Dafür liefen alle Filme in einer Endlosschleife, unter anderen auch Garfield. Hab ich natürlich an dich gedacht *mauz*.
Ich kam mit meinem Sitznachbarn ins Gespräch, welcher seit 20 Jahren in Hamburg lebt, und nun auf Geschäftsreise in seine alte Heimat nach China war. Sein deutsch war trotz der 20 Jahre nicht so berauschend, weshalb wir uns auf englische Verständigung einigten. Er bot mir an, mich am Pekinger Flughafen soweit zu begleiten, bis ich mit den Dokumenten alles geregelt habe und nur noch umsteigen müsste, was ich dankend annahm. Hilfreich war tatsächlich, dass er genau wusste, wo man gerade welches Paper abgeben oder vorzeigen musste, und davon gibt es einige! Es beginnt mit einer Health Declaration, in der man versichert, weder AIDS, noch Vogelgrippe, noch andere ansteckende Krankheiten zu haben und endet mit der Angabe zu verzollender eingeführter Ware. Gut, dort bin ich überall mit Hilfe von Mr. Wang gut durchgekommen, da kannte er sich aus. Aber wehe es geht darum das Gepäck abzuholen. Das konnten sie nämlich nicht bis zum Endziel durchchecken. Jedenfalls war Mr. Wang da etwas unkoordiniert, und da er mir ja geholfen hatte, konnte ich auch nicht so davonrennen und hab im Gegenzug ihm geholfen *g*. Wobei es ja ganz einfach ist. Man kommt in die Halle mit den Gepäckbändern, schaut an die Tafel, sucht seinen Flug und läuft zum angegebenen Band. Aber Mr. Wang läuft erst mal nacheinander alle Himmelsrichtungen ab, entschließt sich dann doch mal an die Tafel zu schauen, starrt 3 Minuten drauf und weiß immer noch nicht, wohin er muss. Nun gut, da hab ich dann mal dezent nachgeholfen. Danach trennten sich unsere Wege, da er einen anderen Anschlussflug hatte.
Als ich dann auf der Suche war, wo ich mein Gepäck nun für Nanjing wieder einchecken konnte, kam schon ganz zügig ein Mitarbeiter des Flughafens auf mich zu. Ich dachte mir, ach schön, das ist ja nett organisiert hier. Er fragte nach meiner Airline und führte mich dann im Zickzack an einen Schalter. Beim Blick zurück sah ich, dass man das Ganze auch Luftlinie hätte laufen können - Verwirrungstaktik, war schon komisch. Er hiefte am Schalter meinen Koffer aufs Band, die Waage zeigte 23 kg an, worauf er meinte: "You're luggage is overweight" (Ihr Koffer ist zu schwer), worauf ich nur sagte: "Yeah, but that's ok". Damit gab er sich zufrieden. Was dachte der denn, dass ich frage, wie viel ich dafür zahlen soll?
Dann führte er mich, wieder kreuz und quer, bis zum Gate. Muss ja nach Arbeit und kompliziertem Weg aussehen, den ich ohne ihn niiiieee gefunden hätte... Vor der Handgepäckkontrolle fragte er dann: "Money?" Ich: "I don't understand". Er: "Dollar, Euro, whatever". Ich mit Rehblick: "I don't have any cash, I'm sorry". Da hat er die Augen verdreht und ist abgedampft. War klar, dass das am Ende kommen würde...
Beim Gate erwartete mich das sprühende chinesische Leben. Ein tierisches Durcheinander und eine enorme Lautstärke hinterließen ihren Eindruck. Es liefen ständig mehrere Mitarbeiter mit Megaphonen umher und versorgten einen energisch mit wichtigen Informationen - ausschließlich auf chinesisch, ist klar! Als eine mit ihrer Flüstertüte direkt neben mir fast mein Trommelfell gesprengt hat, hätte ich ihr beinahe das Ding aus der Hand gerissen und mal deftig "Hyper Hyper" ins Ohr geplärrt.
Nun ist es auch nicht so, dass, wenn auf meinem Ticket Gate 25 steht, alles klar ist, denn Gate 25 ist noch in A bis H gegliedert, wo im Minutentakt Busse abfahren, die die Passagiere zum Flugzeug bringen. Dafür gibt es ja aber wieder Tafeln, wo z. B. für meinen Flug nach Nanjing Gate 25 B vermerkt war. Das heißt bis eine Minute vor dem Boarding, wo dann plötzlich 25 G stand. Da wurde mir dann auch klar, wozu die mit Megaphonen rumrennen. Die Chinesen sind ein spontanes Völkchen und entscheiden sich gern kurzfristig um - und das teilen sie dann den Fluggästen lautstark mit.
Kurz nach 11 Uhr Ortszeit bin ich dann ziemlich geschafft, aber zufrieden, dass alles so gut geklappt hat, in Nanjing bei dunstigem Regenwetter gelandet. Es dauerte eine Weile, eh Lars mich abholte, da er von einem wichtigen Meeting nicht wegkam. Wie lang die Weile war, will ich hier mal verschweigen, jedenfalls bekam ich Langeweile *g*. Die Wiedersehensfreude war natürlich riesig, auch wenn wir nur eine Woche getrennt waren. Aber endlich kann ich nun mal erleben, wodurch hier sein Alltag bestimmt wird.
Der Verkehr ist sehr witzig. Man hupt eigentlich grundsätzlich, wenn man überholt, damit der andere nicht ausschert, wenn einem was nicht passt und wenn es nicht vorwärts geht. Auch wenn es eindeutig ist, dass das an der Situation nichts ändern wird. Sicherheitsabstand ist ein Fremdwort. Aber die kriegen das immer irgendwie hin, dass nix passiert.
In der supergeräumigen Wohnung angekommen, haben wir erst mal die Lebensmittel verstaut und einen schönen Eilles-Kaffee getrunken. Lars war begeistert, danke euch Claudia & Kai für die Kaffeemaschine! Es dauerte nicht lang und einer von den Wachmännern dieses Compounds (Wohnkomplexes) klopfte an der Tür. Er hatte uns schon zuvor am Fahrstuhl pantomimisch klarmachen wollen, dass er irgendeine Karte von uns will. Nun hatte er einen Zettel dabei, auf dem stand, dass er meinen Reisepass benötigt. Lars gab ihm diesen, und wenig später wurde er uns wieder zurückgebracht. Man wird hier gut überwacht. Die wissen genau, wer in welcher Wohnung wohnt, und wenn da jemand neu dazukommt, wird das notiert. Also um die Sicherheit müssen wir uns wohl wenig Gedanken machen *g*.
Am späten Nachmittag schlief ich kurz auf der Couch ein, aber Lars weckte mich und meinte, ich müsste mindestens bis 19 Uhr durchhalten, um irgendwie in den chinesischen Rhythmus reinzukommen. Recht hatte er. Also bin ich wieder hoch und wir sind zum nächsten Supermarkt gelaufen, wobei ich wieder neue Eindrücke gewann. Es gibt tatsächlich so etwas wie einen "Fußgänger- und Radweg". Dort brausen sie aber auch hupend mit ihren Motorrollern lang und man muss tierisch aufpassen, dass die einen nicht umnieten. Die Stadt war bedingt durch das Wetter ein einziges grau in grau, doch alle Rad- und Rollerfahrer haben bunte Regencapes an. Das gab echt ein tolles Bild ab. Leider hatten wir die Kamera nicht dabei. Beim Einkaufen mussten wir feststellen, dass wir keine Ahnung haben, wo der Zucker steht, geschweige denn wie der verpackt ist, oder wie wir sonst an selbigen rankommen. Also trinke ich meinen Kaffee vorläufig nur mit Milch.In der Seafood Abteilung paddelten die Schildkröten umher. Also das hat jetzt nicht unbedingt meinen Appetit stimuliert. Mehr so "Oooch, wie niedlich", aber was sag ich da, andere Länder, andere Sitten. Daheim wird ja auch das süße Osterlamm verspeist.
Als wir wieder in der Wohnung waren, kam Lars auf die Idee, dass wir uns vielleicht noch für zwei Stündchen mit anderen Deutschen in einer Bar namens "Blue Marlin" treffen könnten. Als er diese versuchte zu kontaktieren, musste er erfahren, dass er da wohl was verpeilt hat und eigentlich schon längst bei einem Geschäftsessen hätte sein müssen. So brach dann operative Hektik in Kombination mit ein wenig Flucherei aus. Ok, ich hätte mir ein "Welcome in Nanjing" auch anders vorgestellt, aber da ich sowieso müde war, nahm ich das eher gelassen hin und freute mich schon auf das Bett. Lars versprach mir, dass die Geschäftsessen in China spätestens 21 Uhr vorüber sind und ich legte mich gegen 20 Uhr aufs Ohr und schlief friedlich ein :)
Die Ruhe währte nicht lange, da irgendwann nach 21 Uhr Lars' deutsches Handy, das eigentlich nur als Wecker fungierend auf dem Nachttischschränkchen lag, klingelte. Kai war dran und richtete mir aus, dass Lars auf dem Weg sei und wir, wenn ich mag, uns noch mit ein paar seiner Kollegen im "Blue Marlin" treffen können. Hmm, schlecht, wenn man weder seine eigene Handynummer, noch die eigene chinesische Festnetznummer kennt. Dann muss man in Deutschland seinen Bruder anrufen, der wiederum hier in China anruft, um mich mal im Tiefschlaf vollends zu verwirren *g*. Also ich finde es echt irre, dass ich tatsächlich aufgestanden bin, mich wieder angezogen hab, nach Anweisung von Lars ;-) ein leichtes Make-Up aufgelegt hab, mir mal eben 600 ml Pepsi light (komische Abpackungen hier) hinter die Binde gekippt hab, damit ich wieder wach wurde und dann leise grummelnd mit ihm zum Taxi getrabt bin. Warum ich das gemacht habe, weiß ich nicht, aber es war dann echt lustig.
Lars stellte mir seine Kollegen vor (sowohl Deutsche als auch Chinesen) und fast jeder versicherte mir, was für ein toller Typ er ist. Tja, Jungs und Mädels, das wusste ich schon vor euch ;-)
In der Bar spielte eine Live-Band und die waren wirklich gut. Anfangs hatten sie das Motto Latein-Amerikanische Rhythmen, genau mein Ding! Da Lars auch schon nicht mehr ganz nüchtern war, fragte er mich bald, ob ich tanzen will. Haben dann eine flotte Sohle aufs Parkett gelegt :)
Ein Kollege hatte Geburtstag und es wurde eine kleine Torte als Geschenk des Hauses serviert. Nachdem das Geburtstagskind kostete und zu mir sagte: "Die schmeckt so chemisch, die kommt doch direkt von BASF von nebenan, koste mal" (BASF ist auch in Nanjing), ergatterte ich schnell noch ein Stück Apfel vom Tortenteller *g*.
Kurzum, nachdem dann noch intensive geschäftliche Gespräche geführt wurden, lagen wir 2 Uhr nachts im Bett. "Bisschen" später als ich dachte, aber ich glaube grundsätzlich bin ich dadurch gut in die chinesische Zeit reingekommen.
Wir sind heute morgen um 6:30 Uhr aufgestanden. Lars hat die kurze Nacht schlechter vertragen als ich, aber das muss am Bier gelegen haben *g*. Und was gab es als Belohnung für das frühe Aufstehen? Super Wetter, Sommer, Sonne, Sonnenschein - dor Wahnsinn! Einer der wenigen Tage in Nanjing, an denen man den blauen Himmel sieht.Das heutige Posting könnt ihr euch getrost ausdrucken und wenn ihr noch nicht im Urlaub ward als Roman mit in den Koffer legen *g*.
Mal sehen, welche Überraschungen Lars heute für mich noch auf Lager hat. Ich werde weiter berichten!

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